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Penalty-Ausblick für 2014

Sind Penalty-Nachhilfeschüler die Klassenbesten von morgen?

Herrliche Zeiten - manch einer erinnert sich trotzdem mit Schaudern. "Otto-Jürgen ist schwach in der Rechtschreibung", lautete anno dazumal das Urteil im Zwischenzeugnis. Otto-Jürgen bekam Nachhilfe in Deutsch und die Versetzung war fortan nicht mehr gefährdet. Bingo: "Otto-Jürgen steigt!" Solche Warnhinweise wünschte man sich auch in der SEO-Welt: "Hände hoch oder wir schießen!" - "Keep of the grass!" oder "Rauchen verboten!".

Keep of the grass!
In der modernen Suchschlitzwelt gibt es keine Warnschilder.

In der heutigen Suchschlitzwelt vermissen wir diese Warnschilder. Es gibt kein "Hände hoch!" mehr, es wird gleich gezielt geschossen. Manchen haben die Abstrafungen der Google-Algorithmen 2012 niedergestreckt. Panda-Bären und Pinguine grüßen in diesem Fall grimmig aus der Ferne im Sonnenuntergang während sich der Getroffene im Staub windet. Wer sich nach dem Niederschuss in den nächsten Salon retten kann, hat schon mal die erste Hürde des Überlebenskampfs genommen.  Der Volksmund sagt: Niederlagen machen stark. Die Lehre beweist: Alles Quatsch - Niederlagen machen schwach! Es könnte allerdings sein, dass sich die Forschung in punkto SEO täuscht und die Jahrgangsschlechtesten fortan die Klassenbesten sein werden. Lesen Sie mehr über eine steile SEO-These.

News: "Riesiger Pinguin reißt Bergführer und wirft ihn und seine Gruppe von der Klippe." Ebenso: "Panda schnappt nach Surfer und verspeist dessen Surfbrett vor den Augen schockierter Strandurlauber." Was zunächst surreal und unvorstellbar anmutet, hat sich in den vergangenen Monaten in der SEO-Welt tausendfach zugetragen. Google hat jene Bewertungskriterien aktualisiert, die die Position von Webseiten in den ausgewiesenen Ergebnissen der Suchmaschine bestimmt. Die possierlichen Update-Namen täuschen über mögliche existenzgefährdende Folgen hinweg: Panda & Pinguin beschäftigen seit Monaten weltweit die SEO-Gemeinde und werden es (dank Nachkommen und weiteren Tiergattungen) noch viele weitere Jahre tun.

Was kann man nach einer Penalty tun?

Zwei zentrale Fragen sind seither omnipräsent: 1. Wie kann man einer Penalty (zu Deutsch - einer Abstrafung) entgegenwirken und 2. wie lange dauert es, bis Google die abgestraften Webprojekte rehabilitiert? Tja, einschlägige Blogs & Experten wissen unzählige Antworten auf den ersten Fragebereich und so gut wie keine auf den zweiten.

Wann rehabilitiert Google Zuchthäusler?

Webprojekte im Gefängnishof
Viele, deren Webprojekte abgestraft wurden, fragen sich wie lange die Webseiten noch inhaftiert bleiben.

In der zweiten Disziplin wird zur Stunde nur orakelt. Kaum jemand kann behaupten, sein betroffenes Webprojekt hätte sich aufgrund Onpage- oder Offpage-Verbesserungen vollkommen erholt oder kann vermelden, die vormaligen Ranking-Ergebnisse seien annähernd wieder eingenommen worden. Warum ist das so? Wie lange dauert eine Penalty an, wenn das eigene Projekt von Google-Panda und/oder Google-Penguin betroffen ist?

Wann und warum wird überhaupt abgestraft?

Google hüllt sich hierüber im Schweigen. Stakkato wird auf die Einhaltung der eigenen Richtlinien verwiesen. Soll heißen: Gestalten sich die Webinhalte und die Links, die auf die Webseite führen konform damit, was Google für qualitativ korrekt hält, dann ist alles sauber, unauffällig und wird populär in den Suchmaschinen-Ergebnissen angezeigt.

Hat man nun auf der eigenen Webseite zu viel vernachlässigt, den Inhalt nicht perfekt am Nutzerinteresse ausgerichtet und/oder auf anderen Webseiten zu viel in einer Art und Weise verlinkt, wie es nach Googles Definition "unnatürlich" ist, sieht man vom Staubboden hinauf zu einer Panda- oder einer Pinguin-Gestalt im Abendrot. So einfach ist das!

Wer sich für die Behebung der On- und Offpage-Fehler auf seiner Webseite interessiert, dem seien die schätzungsweise 876.987 deutschsprachigen Tipps in einschlägigen SEO-Foren empfohlen.

Wie lange wirkt sich eine algorithmische Google-Penalty aus?

Majestätsbeleidigung
Nach einer Majestätsbeleidigung drohte Kerkerhaft bei Wasser und Brot. Wie lange war nie so ganz klar.

Wirklich spannend ist die Frage, wie lange Google algorithmisch abgestrafte Webseiten "nachsitzen" lässt. Auch hier türmen sich naturgemäß Theorien. Die Praxis zeigt glasklar: Wer einmal im Sand (früher Sandbox) liegt, steht nicht mehr so schnell für ein Duell zur Verfügung.

Die zentrale Frage ist: "Wie lange hält eine algorithmische Penalty an?" Was ist verhältnismäßig? Welchen Zweck verfolgt Google mittel- und langfristig mit abgestraften Webseiten?

Ein Irrglaube ist jedenfalls, man müsse alle überoptimierten oder vernachlässigten Aspekte eines Webprojekts nur abändern, um mit Money-Keywords im Ranking wieder maßgeblich erscheinen zu lassen. Die Erfahrungen im ersten Jahr nach dem Erscheinen von Panda & Pinguin zeigen, dass dem nicht so ist sondern derartige Aktivitäten lediglich die Voraussetzung dafür schaffen überhaupt noch gewinnbringendes Online-Business betreiben zu können.

Haben abgestrafte Projekte überhaupt noch eine Chance?

Lässt man den gesunden Menschenverstand walten und hält sich unsere gesellschaftlichen Errungenschaften in den vergangenen Jahrhunderten vor Augen kommt man zu logischen Schlussfolgerungen: Zum Bespiel dem Zustand der Verhältnismäßigkeit!

In unserer Gesellschaft wird niemand, der keine Fahrkarte vorweisen kann, aus dem fahrenden Zug geworfen. Und wenn man im Alter von 18 Jahren mit einem Privatflugzeug auf dem Roten Platz in Moskau landet, wird man nicht automatisch in ein sibirisches Strafgefangenenlager verbannt. Es ist anzunehmen, dass sich Google diesen allgemeingültigen Rechtsprinzipien gegenüber nicht verschließen wird. Bisher hat sich Google allerdings diesbezüglich als Hardliner präsentiert und rottet einmal auffällig gewordene SEO-Projekte nach wie vor rigoros aus.

Eliminieren, konvertieren und motivieren

Die Erfahrung zeigt vielmehr, dass, welche Maßnahmen von Penalty-Betroffenen auch immer ergriffen werden, das Ranking sich in der Langzeitbetrachtung weiter verschlechtert, obschon teilweise gravierende google-konforme SEO-Verbesserungen vorgenommen wurden.

Das spricht ganz eindeutig für eine Brandmarkung. Die Projekte, erhalten ähnlich einer bleischweren Beinkugel, einen Dämpfungsfaktor, der den Aktionsradius des Delinquenten einschränkt. Welchen Sinn macht das?

Wer seine Majestät beleidigte und in den Kerker wanderte, seine Zeit dort bei Wasser und Brot zubrachte, Reue und Besserung schwor, wurde trotzdem nicht nach einer Woche entlassen, so sehr er sich das auch wünschte.

Ex-SEO im Kreditwesen
Viele SEOs, die Kredite vermittelten, gehen inzwischen wieder ihren früheren Berufen nach.

SEOs sind Google jahrelang auf der Nase herumgetanzt und haben in Zeiten vergleichsweiser "Hilflosigkeit der Suchmaschine", deren Ergebnisse optimiert/manipuliert. In dieser Zeit könnte der Suchmaschinengigant mutmaßlich "Rache geschworen" haben. Zugegebenermaßen war es eine Reihe von Jahren recht einfach z. B. im Finanzbereich (Kredite, Versicherungen) viel Geld mit wenig Aufwand zu verdienen.

Aus Googles Sicht wäre es doch vorteilhaft, wenn Panda und Pinguin ein Drittel der ungezogenen SEOs eliminieren und in andere Branchen befördern würde, ein Drittel zu gewissenhaften Webseitenbetreibern konvertieren und man ein weiteres Drittel zur Buchung von Adword-Anzeigen motivieren könnte.

SEO-Nachhilfeunterricht - alles wird gut

So weit, so gut. Im Fall von Otto-Jürgen ist der Fall klar: "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt."

Der Knips bekommt Nachhilfeunterricht im Fach Deutsch und die Versetzung ist nicht mehr gefährdet. Weitaus weniger klar, wäre die Situation, wenn das Zwischenzeugnis ausweisen würde: "Ihr Kind ist schulisch wenig geeignet!"

So ähnlich urteilt Google bekanntlich. Eltern wären also nicht nur in überschaubaren Disziplinen wie Mathe, Sport, Erdkunde, Geschichte, Kunst, Sport etc. gefordert, sondern in sage und schreibe rund 200 Disziplinen, die Google als wertebestimmende Parameter definiert, wobei nur ein Teil davon hinsichtlich ihrer Gewichtung unumstritten ist.

Mit welchen Optionen ist man angesichts einer solchen Lage konfrontiert? Man könnte Otto-Jürgen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln schulisch beistehen, ihn auf eine bequemere Schule "befördern" oder zur Adoption freigeben. Wer sein Kind liebt (respektive sein Webprojekt) wird alles nur Erdenkliche unternehmen, um es vor der drohenden Entgleisung zu bewahren.

Erst Abstrafung, dann Musterschüler

SEO-Musterschüler dank Penalty
Musterschüler dank Nachhilfe: User und Google haben immer Recht!

Nun folgt die steile SEO-Penalty-These: Wer sein Kind in 200 schulischen Disziplinen fördert und ihm alle erdenklichen Qualifikationsmöglichkeiten eröffnet, ohne zu wissen in welchen Fachgebieten die eigentlichen Schwierigkeiten bestehen, der könnte theoretisch davon ausgehen, dass sein Nachwuchs im kommenden Schuljahr einen schulischen "Raketenstart" hinlegt, zum Klassenbesten avanciert und überdies zum Schulsprecher vorgeschlagen wird. 

Doch so funktioniert das Google-Direktorium nicht. Warum eigentlich nicht?

Alle SEOs alter Schule: "Ab in die Besenkammer!"

Was will der Suchschlitzgigant also erzwingen, was nicht bereits längst marktbereinigt wurde?

Diese Frage bleibt offen. Denn auch hierauf bietet Google so gut wie keine Antworten. Jedenfalls nicht in Form verbesserter SERPs (Search Engine Result Pages) nach einer Läuterung und intensiven On- und Offpage-Anstrengungen.

Bekanntermaßen sieht sich Google mit diverser Kritik konfrontiert: Zu viele Webprojekte werden nach wie vor in den Ergebnissen gefeatured, die mit einem minimalen und/oder stumpfsinnigen Inhalt weiterhin Führungspositionen innehaben. Auch hinsichtlich der regionalen Bevorzugung von Webangeboten hat Google keineswegs einen sauberen und nachvollziehbaren, prioritätsbezogenen Weg eingeschlagen.

Mit gutem Recht kann man behaupten, dass viele Webseiten, die eine Google-Penalty erhielten, heute weitaus nutzwertigere Inhalte zur Verfügung stellen als es Mitbewerber tun, die nie algorithmisch abgestraft wurden. Dieser Tatsache hat Google bisher (leider) kaum Rechnung getragen. Und (jammerschade) gibt es auch keine Indizien dafür, dass sich das kurzfristig ändern wird. Stichwort: "Einmal unangenehm aufgefallen... Ab in die Ecke für die restliche Schullaufbahn!"

Penalty-Fakten und verlockende Aussichten

Sind Google-Penalty-Sträflinge die besseren Webseitenbetreiber von morgen? Aha, nun wird es interessant. Vielleicht steigen ja alle Betroffenen auf und nicht nur Otto-Jürgen.

Theoretisch steigen alle auf, da sich Sträflinge mit der Unterstützung von Bewährungshelfern in 200 Webseitendisziplinen behaupten und verbessern müssten. Die Frage ist, wann Google einer Resozialisierung zustimmen wird. Und ob, wie im richtigen Leben, der Makel "vorbestraft" zu sein jemals erloschen sein wird, so wie wir das von der Verkehrskartei in Flensburg gewohnt sind.

Bis zur Stunde sind keine derzeitigen Anzeichen erkennbar. Der Nachhilfeunterricht fruchtet, doch die Schulleitung weigert sich beharrlich die verbesserten Leistungen von Otto-Jürgen unter Augenschein zu nehmen. Wie lange kann man sich einem Geläuterten gegenüber versperren? Gilt hier offensichtlich der Grundsatz: "Wer einmal schummelt, dem glaubt man nicht, auch wenn er jetzt die Wahrheit spricht".

Schmoren in der Hölle sollt ihr! Bis zum jüngsten Tag?

Google hätte alle Möglichkeiten gehabt, vormals berechtigt abgestrafte Projekte inzwischen zu rehabilitieren und Motivationszeichen zu setzen. Das ist flächendeckend nicht geschehen und befremdet. Nicht zuletzt deshalb, da einerseits immer wieder auf die mathematischen Abstrafungskriterien verwiesen wird, anderseits Gegenmaßnahmen jedoch faktisch keine Chance auf ein bessere Ranking haben, da den betroffenen Webseiten ein Dämpfungsfaktor auferlegt wurde, der in der Praxis nicht abzuschütteln ist. Egal, was man auch tut.

Was wäre wenn? "Sag mir wo die Blumen blühen!"

Samuel ist Box-Champion. Eines Tages lernt er einen neuen Trainer kennen. Samuel lernte von ihm nicht nur die Schlaghand beim Boxen einzusetzen sondern beide Arme, also auch die Führhand, die Samuel zuvor nie aus der Hosentasche nahm.

Genauso verhält es sich im SEO. Leider nur theoretisch. Diejenigen, die in den vergangenen Monaten unter dem Pentaly-Diktat von Google litten, müssten theoretisch die Champions der Zukunft sein, sollte sich Google dazu entschließen irgendwann den Dämpfungsfaktor für ehemalige Zuchthausinsassen der Sandbox abzuschaffen.

Kühne Behauptung: Kaum eine Webseite hat so viele google-konforme Verbesserungen erhalten, wie jene, die im Staub liegend abgestraft wurden. U. a. weil sie ähnlich geliebt werden, wie das Schulkind namens Otto-Jürgen, das von seinen fürsorglichen Eltern niemals fallengelassen werden wird.

Es ist jedoch leider anzunehmen, dass das Google-Gericht Penalty-Gruppen in punkto Resozialisierung erst in einigen Monaten/Jahren Milde zugestehen werden wird, nachdem die Insassen weitere Millionen von Tüten geklebt haben, egal wie gut sie sich inzwischen im Fach "Rechtschreibung" verbesserten.

Panda, Gorilla & Co. lassen 2014 grüßen

In einem Zoo sieht man viele Tiere. Es ist anzunehmen, dass auch die Suchmaschinen-Profis von Google das wissen. Wer sich also heute die Hände reibt und sich über die Inhaftierung des Mitbewerbs freut, der sollte zusehen, dass ihm das nächste "Giraffen-Update" von Google nicht den eigenen Hals langzieht. Tatsächlich existieren viele Bewertungskriterien, die sich kurzerhand von Google z. B. in eine "Kamel-Bewertung" umwandeln lassen.

Da wäre zum Beispiel die millionenfache Verwendung immer gleicher Fotos und Grafiken aus Stock-Beständen, die Nutzung von gleichem Quellcode, die Messung von Besuchermengen auf Anchor-Links, den Textumfang einzelner Webseiten, die Aktualitätshäufigkeit sehr alter Webtexte, die Web-Konformität hinsichtlich der AGB und Impressums-Inhalte sowie die Regionalisierung von Inhalten mit geringen Unterscheidungskriterien trotz populärer Backlinks.

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